Sonntag, 3. August 2008

Sel: Reisevorbereitung bei 36 Grad

Ciao Tutti!
Ich bin noch immer in neviano. Dienstag morgen geht's dann langsam auf die lange rückreise, 1300 km nach norden. Und dann gleich waschen und umpacken..

Im yukon werde ich an die temparaturen hier denken... Der schweiss läuft in strömen. Aber es ist dennoch angenehmer als 30 grad bei uns. 31 grad haben wir hier schon morgens um 7.30 im haus.. Barfuss läuft hier keiner - man verbrennt sich schlichtweg die füsse. Das meer hat tolle 26-27 grad, ist unglaublich sauber - vor allem bei den felsen, am sandstrand zwar auch, aber d sind zuviele leute. Und ja - ich schwimme tatsächlich im meer rum, springe von den felsen rein (kann ja nicht sein dass sich die jungs getrauen und ich nicht..) - es braucht zwar überwindung. Ich finde die viechereien da drin ja schon auch faszinierend - aber können die nicht woanders schwimmen als ich?? Das ist der nachteil wenn man 30meter klar bis zum grund sieht... Die einzige die am strand strickt bin mit garantie ich - man hat mir den tipp gegeben, dass pulswärmer (bärndütsch: mietli) fürs paddeln in der kälte sehr nützlich seien - 2 paar habe ich nun fertig, mit tollen müsterli ;). Stricken tun sie hier wohl eh nicht - sie hatten zwar auch schon schnee aber unter 20 grad fällt die temperatur selbst im winter selten. Dafür sei es dann feucht und unangenehm in den keine ungeheizten häusern hier.

Die welt hier gefällt mir sehr gut - nicht nur weil wir jeden abend von der della ducata-familie bekocht werde (duci war auch 6 jahre nicht mehr hier und wohnen dürfen wir zwar allein in 'seinem' haus, aber gegessen werden muss bei der zia. Die brötchen, früchte etc fürs frühstück hole meist ich -und das funktioniert! Verstehen tu ich ja fast alles (ausser dialekt) aber reden tu ich nicht so gerne - sprich: keiner wartet bis ich mein sätzli gebröselt habe..

Ja eben. Mir gefält hier auch die unglaubliche einfachheit, der natürliche stolz der so nichts falsches hat - es geht nicht um auto, job etc. Sondern ums sein. Bei 15% arbeitslosigkeit und der abgeschiedenheit vom reichen norden wo sie alles abbekommen keine selbstverständlichkeit. Mit der rolle der frau hätte ich mehr mühe hier.. Der süden ist bei weitem nicht so emanzipiert - es wird sehr früh geheiratet und dann bleibt frau daheim, fertig. Einkaufen ist frauensache. Sitzen auf der piazza männersache. Und überhaupt..
Dafür haben sie hier die tollsten sachen (und man fragt sich, wie das alles überhaupt wachsen kann - seit einem jahr kein regen..): feigen, zitronen, mandarinen, orangen, oliven, feigenkaktus, kapern, gurken, pfirsiche und nektarinen, melonen... Unglaublich - das alles wächst hier wie unkraut aus jeder ritze! Gras: null. Steine und rote erde: massenhaft.
Und an jede hausecke kauft man sich was. Wie früher bei uns.er eine hat brot, der andere fleisch, käse gibt's woanders, haushaltsachen sowieso. Farben da, glühbirnen dort - einkaufen dauert und jedes lädeli lebt davon. Gut, selbst das völlig untouristische neviano hat einen kleinen supermercato, aber der ist nicht toll.

So jetzt geht's wieder essen :). Das ist auch gewöhnungssache- hier stehen sie um 5 auf, am mittag sit siesta und die läden geschlossen. Schlafen. Ab 5 bis mitternacht brummt dann wieder das leben.. Essen frühestens um 9.

Und jana: es tut mir leid: ich bin ja sowas von fast nahtlos dunkelbraun... Hier ist eine kleine wolke schon eine sensation.. Meteorologen haben hier keine arbeit..

Falls es viele rechtschreibefehler hat: sorry! Aber mit der handy-tastatur schreibts sich nicht so dolle.

Bis später! Liebster gruss!

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