Sonntag, 21. September 2008

@ Home

Da sind wir wieder, jede Daheim.. Bevor wir noch eine kurze Zusammenfassung machen werden über Highways, Dieselverbrauch, Tiere etc, hier ein paar Stimmung von meiner Seite zur Einstimmung. Leider konnten wir euch bisher ja nur mit Text beglücken...

Berge und Seen am Glenn Highway (Alaska)
















Mondaufgang und heisse Quellen













Abendstimmung auf der Kanutour (am Wasser und am Lagerfeuer beim Trocknen)













Tombstone Mountains (Dempster Hwy)














Unser erster Grizzly














der treue Ford Super Duty














Eindruck vom Dempster Hwy














Schwarzbär










South Canol Road

Jana bei Bove Island








Am Bahnhof in Frankfurt mit unserem Gepäck

Donnerstag, 18. September 2008

17.9. Takhini -> Whitehorse

So, unser letzter Tag mit dem Camper und auch unser letzter richtiger Tag in Whitehorse. Die Ferien gehen zu Ende.
Am Morgen haben wir noch alles fertig gepackt (jedenfalls soweit, um es mit ins Hotel nehmen zu koennen), haben noch ein bisschen Abfall entsorgt und nach dem dumpen (zum Glueck das letzte Mal ;-) ging es die 16 km auf nach Whitehorse. Fuer die Hotsprings hat es leider nicht mehr gereicht - schade.

Auf dem Weg zu Fraserway haben wir nochmal vollgetankt, das Auto kurz abgesprueht, unser Hotelzimmer reserviert und zum Glueck auch gleich beziehen koennen (so waren wir unser Gepaeck schon los), haben dann noch den Frischwassertank gefuellt und dann waren wir punktgenau um 11.30 Uhr bei Fraserway. Das Auto wurde abgenommen (alles ok) und wir haben unsere zuviel gefahrenen Kilometer bezahlt (420 Dollar!!). Wir waren statt der vorher gekauften 4500 km ca. 5600 km gefahren ;-) Bitte keine Vortraege ueber Abgas oder so. Wir hatten selber ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Dann hat man uns ins Hotel gefahren und dort sind wir erstmal fuer ein paar Minuten tot auf die Betten gefallen.
Eine Weile spaeter ging es dann zu Fuss nochmal in die Stadt. Wir waren noch in ein paar Geschaeften, haben aber nichts grosses mehr gekauft. Dann haben wir uns noch die Zeit genommen, uns mal in aller Ruhe bei Starbucks hinzusetzen und einfach keinen Stress zu haben. Einfach nur dort sitzen und geniessen. Ich war glaube ich ca. 1 h dort und Selina kam nach ca. 30 Min. auch dazu. Dann haben wir beide voellig geschafft in den schoenen roten plueschigen Sesseln gesessen und die Leute draussen beobachtet. Ist schon lustig, Whitehorse ist in den Ferien so ein bisschen unsere kanadische Heimat geworden. Wir sind irgendwie immer wieder hierher zurueck gekommen. Heute war dann auch noch wunderschoenes sonniges und warmes Wetter (ca. 15 Grad) und das hat uns den Abschied schon ein bisschen erschwert.
Irgendwann ging es dann mal wieder zurueck ins Hotel (es war zum Glueck erst kurz nach 3) und dann hiess es endgueltig Koffer packen und alles gekaufte und alles Mitbringsel verstauen. Das dauerte eine Weile aber wir haben alles unter gekriegt. Jetzt hat jeder von uns seinen Rucksack bzw ich meinen Koffer und ausserdem haben wir noch den grossen Transasack mit allen Schlafsaecken und Matten usw. und noch den grossen gruenen wasserfesten Sack mit 44 l. Wir hoffen, dass das Gepaeck nicht zu schwer wird aber eigentlich sollte es klappen. Morgen wissen wir es definitiv. Dann ab zum Internet (zum Glueck ist das im Hotel - wir sind auch wieder im gleichen Hotel wie die ersten Naechte - im Yukon Inn) und noch die letzten Postkarten geschrieben. Jetzt waren wir gerade noch lecker essen (Salat und Nachos und jede einen Bison-Burger) und jetzt noch die letzten Eintraege im Blog und dann geht es ab ins Bett.
Morgen klingelt um 5.15 Uhr der Wecker und um 5.50 Uhr geht der Shuttlebus zum Flughafen. Der Flieger ab Whitehorse geht dann um 7.00 Uhr nach Vancouver. Dort haben wir ca. 6 Stunden Aufenthalt und fliegen dann am Nachmittag in die Nacht Richtung Frankfurt.

Ankunft in Frankfurt ist am 19.9. um 10.30 Uhr oder so. Dann mit dem Zug nach Bern und dort holt uns dann Duci ab und unsere Ferien sind definitiv beendet.
Wir freuen uns beide riesig wieder nach Hause zu kommen aber es war auch so schoen hier und der Abschied faellt uns wirklich recht schwer. Aber es waren ganz wundervolle 6 Wochen und jeder der sich frueher oder spaeter die Bilder ansehen wird (bzw. muss) wird das nachvollziehen koennen.

Also dann machts mal gut und bis gli in der Schweiz.
Letzte Gruesse aus Kanada
Jana und Sel

16.9. Takhini -> Skagway -> Takhini

Guten Morgen ;-)

... und das war er wirklich. Nach dem frustrierenden Abend fing der Morgen etwas besser an. Wir probierten an einem anderen Platz noch den Strom aus was leider auch nicht ging. Dann sind wir zum Office gefahren und haben dort gefragt, ob es sein kann, dass der Strom abgeschaltet war. Sie haben uns das bestaetigt. Es waren nur noch ganz wenige Stellplaetze mit Strom versorgt und wir hatten natuerlich keinen von denen. Wie ich am Morgen feststellte war es auch noch Platz-Nummer C13 und 13 ist jetzt wirklich nicht meine Zahl.
Somit war unser Stromproblem geloest und die Pumpe ging mit ein bisschen Anlaufzeit auch wieder. Wir hatten uns in der Zwischenzeit mit unseren 10 l Kanistern Trinkwasser ausgeholfen, welche wir vor der Abfahrt gekauft hatten. Jetzt waren wir maechtig froh darueber.
Als wir dann so in dem Office standen und erzaehlten dass wir eigentlich wegen der Hot Springs hergekommen waren, erzaehlte und die Betreiberin, dass zwar der Pool renoviert wurde aber das Wasser in ein Baechlein umgeleitet wuerde, in welches man kostenlos koennte. Sie hat uns das dann gezeigt und wir waren voellig baff. Das war ein Naturpool mitten in einem winzigen Baechlein. Der war tief genug um sich so richtig genuesslich reinsetzen zu koennen und das Wasser lief dann noch ueber einen kleinen (ca. 60 cm hohen) Wasserfall in diesen Pool. Das haben wir uns natuerlich nicht nehmen lassen und haben unsere Badeanzuege rausgesucht und sind reingegangen. Das Wasser hat ca. 45 Grad und war also wirklich heiss!! Wir hatten diese heile Fleckchen Erde fuer uns ganz allein und haben das ausgiebig genossen.
Alles war wieder gut. Der Camper funktionierte, wir konnten die HotSprings nutzen und dazu noch ganz exklusiv. Fantastisch.

Anschliessend ging es dann auf nach Skagway. Das war unser erster Ausflug als wir vor ca. 5 Wochen in Whitehorse ankamen und sollte nun auch der letzte werden. Die Fahrt war genauso traumhaft wie beim ersten Mal. Als wir hier vor 5 Wochen durchfuhren, hat Selina zu mir gesagt, ich solle mir jetzt mal die ganzen Berghaenge in Gelb statt in Gruen vorstellen. So wuerde es dann im Herbst aussehen. Und jetzt konnten wir es tatsaechlich alles in Gelb sehen. Wunderbar. Die 180 km bis Skagway vergingen wie im Fluge und als wir dort ankamen, haben wir als erstes vier grosse Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen sehen. Man waren die gross und das im kleinen Skagway. Das ist ja der Anfangshafen fuer die beruehmte Inside-Passage. Vermutlich hatten alle Schiffe ihren Passagieren Landgang gegeben. Auf jeden Fall war die Stadt total ueberfuellt mit Touristen. Wir waren voellig geschockt. Hatten wir uns doch auf einen gemuetlichen Bummel durch das ruhige Staedtchen gefreut. Wir sind dann als erstes ins Museum gegangen (welches bei unserem ersten Besuch schon zu hatte) und dann ging es ab in die Einkaufsstrasse. Lange haben wir das Gedraenge und die vielen Leute allerdings nicht ausgehalten. Also sind wir zum Abschluss noch zu Starbucks gegangen (ja richtig, dort hatte es einen Starbucks ;-) und haben uns dann auf den Weg zurueck zum Camper gemacht.
Schnell noch in einem Supermarkt Brot gekauft und ab Richtung Natur. Unser Brot war also nun (einen Tag vor dem Ende unserer Tour) tatsaechlich noch schimmelig geworden. Es hat uns aber wirklich zwei Wochen lang super ernaehrt. Ach war das lecker...
Die Rueckfahrt war wie immer wunderschoen. Am kanadischen Zoll ist mir dann noch ein Fast-Unfall mit dem Camper passiert. Ich wollte auf der falschen Seite durch und der Zoellner kam rausgesprungen und rief wir sollten anhalten. Habe ich dann natuerlich auch gemacht. Ich hatte die Hoehe nicht bedacht und dann holte der einen noch einen anderen zum gucken und schliesslich holten sie eine Leiter um zu schauen, ob wir noch Platz hatten. Dann meinte er, wir sollen Zentimeterweise zurueck fahren, was ich natuerlich dann auch gemacht habe.
Uffff, es war nichts passiert. Die Zoellner waren total nett und ich glaube nicht nur, weil wir zwei Frauen waren. Im Nachhinein war das ganze ziemlich lustig und ich glaube der hatte sich mehr erschrocken als wir beide. Bisher haben wir wirklich fast nur super nette Leute an der Grenze kennen gelernt. Die meisten haben sogar versucht ihre paar Brocken Deutsch rauszukramen. Mega herzig :-)

Auf dem Rueckweg haben wir beschlossen, nochmal bei Wolf (von Wolf Adventures) vorbei zu fahren. Wir hatten noch jede Menge Lebensmittel die wir ihm schenken wollten. Es waere wirklich schade gewesen, alles wegzuschmeissen. Wir haben ihn dann auch gefunden und er war sogar da. Wir haben im also tuetenweise Lebensmittel gegeben und noch ein bisschen geplaudert bevor wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Takhini HotSprings gemacht haben um am naechsten Morgen nochmal reinhuepfen zu koennen.

Wir kamen gegen 21.30 Uhr an und haben uns diesmal einen Platz mit Strom ausgesucht. Die Pumpe tat leider wieder ein bisschen dumm aber das war uns jetzt auch egal. Morgen wuerden wir den Camper ja eh abgeben. Ich habe noch kurz gepackt, dann noch was kleines gegessen und ab ins Bett. Morgen frueh wuerde um 7 Uhr der Wecker klingeln.

Gruessli
Jana

15.9. Naehe kanadischer Grenze -> Takhini Hot Springs

Hallo zusammen

so, wir waren gerade noch lecker essen (Bison-Burger ;-)) und jetzt geht es weiter mit den letzten Eintraegen.

Von dem Campground in der Naehe der Grenze (also ca. 60 km entfernt - fuer kanadische Verhaeltnisse ist das quasi "um die Ecke") ging es am naechsten Morgen weiter in Richtung Whitehorse. Unterwegs hatten wir beschlossen, Whitehorse erstmal noch links liegen zu lassen und zu den Takhini Hot Springs zu fahren.

Auf der Strecke dahin war noch der Kluane National Park. Das war unser Tages-Mittagsziel. Der Kluane-Lake ist der groesste See im Yukon. Da wir beide grosse Seen eigentlich nicht soo sehr moegen sondern die kleinen viel schoener finden haben wir nicht allzu viel erwartet. Dafuer waren wir umso mehr ueberrascht. Das Wasser war traumhaft blau und wir hielten dann an einer Bucht an und dort gab es zum Glueck einen kleinen Trampelpfad nach unten an den See. Wow, da war es ja mal wieder um mich geschehen. Soviel Wasser und so blau und so eine tolle Bucht mit einem richtigen kleinen Strand mit Steinchen und sie lag so richtig gemuetlich und privat und war very cozy. Da wir schon seit drei Tagen keine Dusche mehr hatten haben wir kurzerhand beschlossen, baden zu gehen. Naja, baden kann man nicht wirklich sagen bei knapp 10 Grad Wassertemperatur aber wir sind ja durch die Kanutour absolut abgehaertet. Ob wir wohl jemals wieder eine richtig heisse Dusche nehmen koennen? ;-)
Wir stapften auf jeden Fall bis zu den Waden ins Wasser und haben dann unsere biologisch abbaubare Seife fertig gemacht. Sogar die Haare haben wir uns noch gewaschen. Ich fand es dann so schoen, dass ich grad nochmal kurz rein gehuepft bin. Man kann natuerlich nicht schwimmen, dazu ist es echt zu kalt, aber auf jeden Fall haben wir noch (jugendfreie) Fotos gemacht als Beweis. Wirklich toll, wir hatten unsere eigene Bucht. Ach war das schoen. Ich haette alleine in der Bucht einige Tage verbringen koennen :-)

Danach kamen wir an eine Baustelle und haben die Wartezeit fuer einen kleinen Imbiss genutzt. Als wir dann durch die Baustelle durchgefahren sind, haben wir ein Follow-Me Fahrzeug vorne dran gehabt. Richtig wie auf den Flughaefen. Es nannte sich Pilot-Car und wir sind natuerlich artig gefolgt bis die Baustelle fertig war. Dann haben wir noch einen Abstecher an einen kleinen See gemacht, weil es dort Weisskopfadler (Baldeagle) geben sollte und ab und zu Woelfe gesichtet wurden (Selina wollte doch sooo gerne einen Wolf sehen). Aber wir haben nur ein paar Enten beobachtet. Der See war aber sehr schoen. Waere auch schoen zum uebernachten gewesen, aber wir hatten ja noch einige Kilometer vor uns.
Also ging es weiter ueber Haines Junction, wo wir noch im Visitor Center vom Kluane waren. Sonst hat der Ort ausser einer kuriosen Kirche und einem komischen Gebilde mit allen Tieren im Gebirge drauf (das Ding nennen sie wegen der komischen Form uebrigens Muffin) nicht wirklich viel zu bieten. Also haben wir getankt und sind weiter.
Je mehr wir Richtung Whitehorse kamen, umso schoener wurden die Farben der Baeume. Das Gelb war wunderschoen und einige faerbten sich tatsaechlich orange und rot. So konnten wir also auch noch ein paar schoene Fotos vom Indian Summer machen nachdem wir auf dem Dempster Highway ein bisschen spaet und auf der Kenai Halbinsel noch zu frueh dran waren. Wir fuhren also durch diese tolle Gegend und kamen dann irgendwann an Whitehorse vorbei zum Abzweig zu den Takhini Hot Springs. Nun ja, was soll ich sagen... Es ist kaum zu glauben, aber die Hotsprings hatten tatsaechlich zu. Es will uns einfach nicht gelingen, in Kanada mal warm baden zu gehen. Erst hatte das Schwimmbad in Inuvik wegen Renovierung geschlossen und jetzt auch die Hotsprings in Takhini. Naja, wir konnten uns eigentlich nur kraeftig ueber unser "Glueck" amuesieren und sind trotzdem hingefahren, weil es auch einen RV-Campground dort hatte - sogar mit Stromanschluss.

Als erstes haben wir mal wieder gedumpt und dabei festgestellt, dass aus unserem Grauwassertank mehr Wasser rauslaeuft, wenn wir uns an die eine Seite vom Camper haengen bzw. nach aussen lehnen. Also haben wir das gemacht. Sah natuerlich so lustig aus, dass wir gleich mal ein Foto mit Selbstausloeser gemacht haben. Der Tank war danach zwar wieder nicht leer aber wir hatten viel Spass. Dann haben wir uns ein Plaetzchen gesucht (nachdem wir etwa 3 probiert hatten) und uns endlich eingerichtet. Dann haben wir leider festgestellt, dass wir trotz Anschluss keinen Strom im Camper hatten und ausserdem hat unsere Frischwasserpumpe die Nase voll gehabt und einfach kein Wasser mehr hoch gepumpt. Sie hat gepumpt und gepumpt aber es kam einfach nicht. Somit ging eigentlich nicht wirklich viel an dem Abend. Aber wir wollten es locker nehmen und haben uns im Backofen (der laeuft mit Propan und das ging zum Glueck noch) ueberbackene Nachos gemacht. Die konnten wir wegen des guten Wetters (es hatte den ganzen Tag noch nicht geregnet) sogar draussen essen. Super gemuetlich. Dann sollte es noch Chicken-Wings geben. Diese wurden leider auch nach 30 Minuten im Ofen bei voller Pulle nicht wirklich warm und somit haben wir recht frustiert am Tisch gesessen und haben uns schon den naechsten Tag bei Fraserway verbringen sehen um einen neuen Camper zu bekommen was sich fuer einen Tag ja auch nicht mehr wirklich gelohnt haette. Wir sind dann etwas frustiert ins Bett gegangen. Nordlichter haben wir natuerlich auch wieder keine gesehen. Das waere wohl auch zuviel verlangt gewesen an so einem Abend ;-)

Tschau zaeme
Jana

14.9. Palmer -> Kanada

Hallo zusammen.
Jetzt kommen so langsam die letzten Tage. Und die waren auch nochmal so richtig schoen. Wie schon geschrieben, haben wir nach einem weiteren naechtlichen Lachanfall beim ins Bett gehen wunderbar geschlafen. Am naechsten Morgen ging es auf Richtung Kanada. Es lagen einige Kilometer bis zur Grenze vor uns und nach der Beschreibung eines netten jungen Mannes in Chicken sollten diese nicht besonders werden. Also sind wir mal los.

Also ich weiss ja nicht, wo der sonst lang faehrt oder was fuer ihn besonders ist, aber wir sind schier durchgedreht. Wow - das waren Landschaften. Wunderschoene schneebedeckte Gipfel, grell-gelb-leuchtende Baeume, sich durch die Landschaft schlaengelnde Fluesse, romantisch ruhige Seen und sogar tuerkis schimmernde Gletscher. Es war also wirklich von allem was dabei und wir sind immer vor dem Regen davon gefahren. Das Wetter war uns also wirklich hold und dank der vielen Fotostopps gluehten unsere Kameras bald und die Speicherchips fuellten sich schneller als man gucken konnte ;-)
Selina hat ihren Traumberg (und Traummotiv) gefunden und ich auch und dann haben wir noch einen wunderschoenen See gesehen. Also Sel und ich finden immer an den gleichen Seen: Wenn wir ein Moose (Elch) waeren - dann waeren wir definitiv dort. Aber anscheinend denken wir eben nicht wie ein Moose und sehen an diesen Seen nie eins - aber die Landschaft ist einfach traumhaft!!

Relativ unvermittelt tauchte auf einmal die Grenze auf und die Grenzleute liessen uns ein bisschen warten. Mit der Einfahrt nach Kanada haben wir auch die Uhren mal wieder um eine Stunde vor gestellt. (Wir koennen kaum noch zaehlen, wie oft wir auf der Reise die Uhren verstellt haben...) Nach der Grenze waren wir eigentlich nur auf der Suche nach einem schoenen RV mit Duschen und Strom und Wasser usw. Auf dem Weg dorthin durften wir noch einen fantastischen Sonnenuntergang bewundern und einen aufgehenden Mond der soooo gross war, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Einfach grossartig. Selina probierte ganz tapfer jeden Modus an ihrer Kamera aus - erfolgreich. Es sind einige tolle Fotos mit dabei. Dann ging es weiter Richtung RV-Camp und auf dem Weg dorthin hat Selina auf der linken Seite eine Moose-Kuh (also ohne Geweih) gesehen. Also schnell umgedreht und es war tatsaechlich noch da und liess sich von unserem quitschenden Camper ueberhaupt nicht beeindrucken. Ein paar Fotoversuche spaeter (es war inzwischen recht dunkel geworden) sahen wir auf einmal, dass noch ein Junges mit dabei war. Wir haben weiter fotografiert und sind irgendwann wieder umgedreht um weiter zu fahren. Dann liefen sie noch netterweise ganz gemaechlich vor uns ueber die Strasse und wir haben erst dann gesehen, dass es sogar zwei Junge waren. Leider war es so dunkel, dass wir nur noch ein schemenhaftes Foto machen konnten aber der Anblick war super! Ich hatte mir so gewuenscht, noch ein Moose zu sehen und da war es. Toll!!

Dann ging es weiter zum RV, welcher leider schon zu hatte fuer diese Saison. Was nun? Es war dunkel und wir waren K.O. Wir hielten an einer kleinen Raststaette mit Cafe und Selina ging rein um zu fragen, ob wir den Camper ueber Nacht dort abstellen koennten. Die drei Trucker waren total nett und boten uns an dort zu bleiben oder aber auf den RV zu fahren, welcher ca. 15 km entfernt ist und sicher noch offen hat. Wir haben uns fuer die zweite Variante entschieden, weil wir unbedingt mal wieder duschen wollten.
Nicht viel spaeter kamen wir dann dort an. Wir haben einen schoenen Stellplatz gefunden und er war landschaftlich wirklich schoen gelegen (direkt an einem Fluesschen). Leider hatte es keinerlei Duschen oder Strom oder so. Es war mehr ein Zeltplatz als fuer RVs aber das war uns dann auch egal. Abgestellt, in den Camper, was gegesen (wir haben jeden Abend was gekocht), noch ein bisschen gelesen und ab ins Bett.

Gruessli
Jana

Seward 13.9.08

Die Fahrt nach Seward war genial. Das Wetter war ja wie gesagt wie meistens *grins*. Aber landschaftlich toll. Etwas sehr gruen fuer meine Verhaeltnisse, aber ja. Im Oertchen Moose Pass haben wir uns (mal wieder unbewusst) Mittagessen besorgt: ich ein schwarzes MilkyWay und Jana ein doppeltes Eis... Naja, mal ne Abwechslung zu Brot (immer noch das, welches wir ueber dem Feuer auf der Kanutour gebacken haben), Wurst und Kaese.

Ja Item. Wir haben wieder mal ueber uns selber gelacht, wie wir da so im Auto sassen, das ungesunde Zeug reinstopften und uns gegenseitig anguckten und fragten, was wir eigentlich genau machen. So laeuft das immer: wir amuesieren und koestlich wegen der einfachsten Sachen und vor Allem haben wir stets gleichzeitig irgendwelche verrueckten Einfaelle oder Ausfaelle - also Jemand anders koennte mit uns glaub ich nicht reisen, der wuerd die Welt nicht verstehen. Die Berlinerin und die Bauerndorf-Tochter. Die 'ich-bin-immer-so-gluecklich' und die sehr Impulsive. Optisch ebenfalls unterschiedlich. Aber sonst offenbar in Vielem sehr aehnlich. Wir sind selber immer wieder ueberrascht, wie reibungslos unsere Reise ist, wie unglaublich viel Spass wir haben. Inzwischen sogar beim Dumpen. Und irgendwann werden wir auf den Camping-Plaetzen Stellverbot kriegen. Bevor wir einschlafen haben wir jeweils die absurdesten Ideen, wir sterben manchmal fast vor Lachen, also Schlafen kann da sicher kaum Jemand.

Eben. Ich war bei Seward. Als erstes zur Post, Madame braucht wieder Briefmarken (wir sollten eine eigene Poststelle eroeffnen glaub ich..) und dann ab zur Bibliothek - von da haben das letzte Mal geschrieben.
Und dann ins SeaLife. Erstens ist es da interessant und Zweitens trocken. Mir hats vor Allem das 'Beruehr-mich-Becken' (natuerlich nicht mich sondern die Seesterne, Anemonen und Seeigel) angetan. Lustige Konsistenzen! Und dann haben wir vor Allem ueber die Puffin's gestaunt. Nein, das ist nix zum Essen, das sind Enten, die sehr tief tauchen koennen. Sieht also sehr speziell aus, wenn da eine Ente im Wasser 'geflogen' kommt und einem Fisch was wegschnappt.
Auf dem Weg zurueck haben wir mal eine Dumping-Station gefunden - und sofort genutzt. Nicht dass ihr nun denkt wir gehen so oft aufs Klo (gehen wir seehr selten in dem kalten, engen Ding - lieber draussen oder im Restaurant) oder abwaschen. Wie wir spaeter rausfinden werden, spinnt einfach die Anzeige...
Der Rueckweg verlaeuft ruhig. Noch ein Stopp in Moose Pass und so rasch wie moeglich durch Anchorage. Wir zweigen auf den alten Glenn Highway ab und sind gluecklich: so muss eine Strasse sein! Wenig befahren, gut gepflastert oder gegravelt. Wir finden ca 2 Meilen vor Palmer einen netten RV-Park (neben einem Friedhof) und schlafen da sehr gut. Die gewohnte naechtliche Aktivitaet 'ich guck mal nach den Nordlichtern' verlaeuft auch hier ohne Ergebnis. Wir freuen uns mega auf die Rueckkehr nach Kanada.

Samstag, 13. September 2008

Portage, Seward

Morgen. Wir machen Pancakes und fahren dann noch etwas weiter zum Portage Lake. Die ganze Nacht hat es geblasen und gestuermt. Geschlafen haben wir nur mit Ohrstoepseln. Nun auf dem Parkplatz vor dem Interpretive Center pustet es uns und unser Auto fast vom Platz! Auf dem See schwimmt noch ein kleiner Eisberg. Und die Wellen schlagen hoch. Es ist fazinierend, aber lange bleiben wir nicht. Noch ein Abstecher ins Coffee und den Giftshop und gleich ist einem wieder wohlig, so liebevoll ist alles gemacht.
Die Weiterfahrt nach Seward ist super, das Wetter wird wieder etwas besser und wir fahren unter einem Regenbogen durch. Mal gucken, was uns am unteren Ende der Insel erwartet...

Bis gli, haebets guet!

12.9. Talkeetna - Anchorage - Beluga Point

Der Morgen vom 12.9. begann mal wieder mit Dumpen. Nach der Nachtaktion vom 11. hatte ich ziemlich die Nase voll. Warum kriegen wir den Greywassertank eigentlich nie wirklich leer? Ich verstehe die Technik dahinter nicht wirklich und die Anleitung half uns ja diesmal auch nicht weiter. Naja, nochmal ein Versuch. Wieder brachten wir es wenigstens auf halb voll. Hoffentlich bleibt er diesmal eine Weile so. Danach ging es die letzten paar Meilen bis Talkeetna. Der Ort hat uns auch wieder voellig ueberrascht. Wir hatten ein voellig totes Oertchen im Nirgendwo erwartet und stattdessen waren recht viele Touris dort und wir waren recht lange unterwegs. Es hatte tolle Geschaefte, ein tolles Cafe und sogar einen kleinen Laden in dem wir die ersten ausgegangenen Lebensmittel wieder nachkaufen konnten (Zucker und Tee). Dann noch zum PostOffice (die Briefmarken waren mal wieder alle) und dann machten wir uns auf den Weg Richtung Anchorage. Lust hatten wir beide mal wieder nicht wirklich auf Grossstadt - aber was solls. Einfach dran vorbei fahren konnten wir auch nicht.

Kurz vor Anchorage befindet sich das "Alaska Native Heritage Center" und das war unser erster Anlaufpunkt. Es war ein wirklich tolles Museum mit kleinen aber sehr lebendigen Ausstellungen, die das Leben frueher und heute der Natives in Alaska zeigte. Es gab Tanzvorfuehrungen und die jeweiligen Haeuser der 4 verschiedenen Natives wurden in einem Freigelaender vorgestellt und man konnte dort reingehen. Ueberall waren Leute, die jeweils was dazu erzaehlten und auch alle Fragen beantworteten. Es war wirklich sehr interessant und so gut gemacht, dass es nicht langweilig wurde.

Danach ging es weiter nach Anchorage. Oje, Grossstadt (fuer alaskanische Verhaeltnisse). Viel Verkehr, Stau, jede Menge Ampeln und Autos und Leute. Gar nicht unser Ding im Moment. Wir muessen uns erst wieder langsam an die Zivilisation gewoehnen glaube ich. Nach dem ueblichen Stopp in der Visitor Info und dem Shopping in den Gift Shops ging es dann endlich mal wieder zu Starbucks :-) Einige geschriebene Karten, eine gekaufte Tasse und ca. 1 h spaeter sind wir dann Richtung Library gefahren um dort ins Internet zu kommen. Diese machte um 18 Uhr zu und wir waren um 15:58 dort. Shit happens. Dann haben wir uns entschlossen, noch ein bisschen weiter suedlich zu fahren in Richtung Kenai oder zumindest bis irgendwo auf die Insel. Das wurde uns als extrem sehenswert empfohlen. Also los.

Als wir aus Anchorage rausfuhren fing es dann leider wieder an zu regnen und als wir ans Mehr kamen war es richtig stuermisch. Ich musste wirklich beide Haende am Lenkrad lassen. Auf jeden Fall fuehrte die Strasse direkt am Meer entlang und es war trotz (oder vielleicht gerade wegen?) dem schlechten Wetter einfach genial. Es hat einen richtig umgewedelt, wenn man ausgestiegen ist und die Wellten waren auch nicht zu verachten. Als wir die Kuestenstrasse langfuhren kamen wir am Beluga-Point vorbei. Dort soll man angeblich Wale beobachten koennen. Und was soll ich sagen, es kamen doch tatsaechlich Beluga-Wale vorbei und zwar etwa 10 Meter neben unserem Aussichtspunkt. Einfach der Hammer. Also was Tiere angeht koennen wir uns wirklich nicht beklagen. SUPER.

Dann ging es an die Suche nach einem RV und wir haben auf einer kleinen Strasse etwas ab vom Haupt-Highway dann auch was schnuckeliges gefunden. Ein richtig schoen im Wald gelegener Platz und es waren auch schon andere RV dort. Es stuermte ganz extrem und nachdem wir uns abgesichert hatten, dass es keine toten Baeume in der Naehe hatte, die haetten umfallen koennen, haben wir uns ein leckeres Znacht gemacht mit Kartoffeln, Rotkohl und Fischstaebchen. Dann ging es nach ein bisschen lesen ab ins Bett.

Meine Zeit ist vorbei. Tschuess.

Gruessli
Jana

Denali Nationalpark

11. September 2008. Wir sind um 9.15 Uhr bereit zum Einsteigen in den Parkbus, welcher uns waehrend 6 Stunden die Tiere und Natur im Park zeigen wird. Heute ist uebrigens der letzte Tag fuer diese Saison... Schwein gehabt!

Das Wetter ist - eh ja, wie meist seit wir hier sind - nass. Bewoelkt. Aber neben mir sitzt ja die Optimistin in Person (ein Sonnenkind, echt!) und drum wirds schon noch besser werden.
Die Vegetation ist hier noch etwas zurueck im Vergleich zum Norden. Drum gibts hier wieder rot und gelb in Huelle und Fuelle (zumindest wenn man's grad sieht zwischen dem Grau).

Bald schon beginnt ein nerviges Pipsen im Bus. Nach ein paar Rueckfragen mit der Station hat der Busfahrer schliesslich einen neuen Bus geordert. Und waehrend die Meisten Fahrgaeste an einem Halt umsteigen in einen andern Bus, warten wir mit dem echt sehr gespraechigen (und unterhaltsamen sowie vielwissendem) Fahrer auf den Ersatz. Nach der Weiterfahrt sehen wir bald eine erste Grizzly-Mutter mit 2 cups (Jungen). Leider etwas weit weg. Gleich links davon auf einer anderen Anhoehe noch eine mit ihrem Nachwuchs! Toll. Spaeter dann auf einem Huegel viele weisse Punkte - beim genauen Hinsehen mit dem Fernglas erkennt man Beine: Dall-Sheeps.
Die Landschaft wechselt mit dem Wetter. Es wird trockener, die Tundra zeigt sich. Ebenso die faszinierende Berglandschaft, sehr farbig wegen all der Sedimentablagerungen. Und die Fluesse, toll! Noch ein Redfox und ein Golden Eagle.
Bald drehen wir um und die Wetterfenster werden groesser. Nun sieht man auch die hoeheren Schneeberge. Den Mt McKinley - oder Denali - (wegen dem bin ich eigentlich hergekommen...) den sehen wir aber nicht. Von der Distanz vom Boden zur Spitze gesehen ist das uebrigens der 2. hoechste Berg der Welt. Nur der Nanga Parbat ist noch hoeher.
Wie auch immer. Auf der Rueckfahrt sitzt dann tatsaechlich die eine Baerenmutter mit den Jungen auf der Strasse. Und fuehlt sich da offenbar sehr wohl. Immer wieder trottet sie etwas weiter, unser Bus hinterher. Super Fotos! Eines der Jungen stellt sich an die Tuere und kratzt daran. Mega suess! Hach... Nach langen Minuten steigt sie dann den Huegel hoch und wir fahren weiter. Ein tolles Erlebnis.
Kaum zurueck fahren wir dann weiter in Richtung Anchorage. Das Tagesziel heisst Talkeetna. Das wurde uns von einen Typen damals in Chicken empfohlen. Als wir dort ankommen ist es bereits mal wieder am Eindunkeln. Wir finden einen Platz fuer unser Fahrzeug und schliessen Strom an (ja, wir geniessen die Neuentdeckung). Nach einem Znacht wasche ich ab und aha: Das Wasser in der Dusche steigt... Hm. Also fahren wir nachts um 10 noch rueber zur Dumpstation (Jana hasst dumpen. Es gibt glaub wenig was sie echt nicht mag, aber das gehoert definitiv dazu *lach*). Frisch entleert (nicht alles wie wir frustriert festellen) stehen wir wieder am Platz. Das mit dem Strom ist auch nicht wie sonst. Nerv. Die Heizung macht was sie will - wie immer eben. Aber gluecklicherweise macht uns die Kaelte (soo kalt wirds ja nicht, etwa um die 8 Grad meistens) ja nix mehr aus.
Die Nacht ist echt ein Erlebnis. Von weitem hoere ich schon die Lokomotive pfeifen. Immer wieder. Bis wir dann beide wachliegen und Angst haben, dass sie gleich durch den Camper fahren wird. Das rumpelt und pfeift - gewaltig. Aber nur 3 Mal noch und dann ist Morgen *stoehn*.

Fairbanks - Denali

Hallo zusammen

da sind wir mal wieder. Selina wartet noch auf einen freien PC und dann tippen wir wieder parallel. Zum Glueck sind wir so schnell, heute hat jeder von uns nur 35 Min. Zeit :-)

Also Fairbanks. Hmmm, was gibt es gross zu erzaehlen: Wir waren in der Visitor Info und sind dann noch 2 Strassen weiter gelaufen und haben ein bisschen geshoppt. Dann wollten wir wieder raus aus der Stadt. Ich wollte mir unbedingt noch das Uni-Gelaende ansehen und das war wirklich toll. Ich finde das immer so genial dort. Die ganzen Studenten mit den Buechern unter dem Arm und so. Wirklich schoen. Danach wollten wir auf den Parks Highway Richtung Sueden und haben uns verfahren aber dadurch einen ganz tollen Loop in der Naehe von Fairbanks gemacht. Super schoene Aussicht. Wir haben uns nur gewundert, als wir auf einmal wieder die Uni vor uns hatten obwohl wir angenommen hatten, dass Fairbanks lange hinter uns liegen wuerde. Naja, einen kleinen Lachanfall spaeter haben wir dann die richtige Auffahrt auf den Highway gefunden und ab ging es Richtung Denali National Park.
Auf der Fahrt dorthin wollten wir noch ein Foto machen von uns beiden am Ortseingangsschild vom Ort "Happy" aber wir haben den Ort nicht gefunden und er war auch nicht auf allen Karten drauf. Also ging es ohne Foto weiter. Zwischendurch hat es mal ganz heftig geregnet und dann schien auch wieder die Sonne. Die Vegetation dort war noch nicht so weit wie im Norden wo die Baeume so langsam alle Blaetter verloren haben. Richtung Denali hatten wir noch wunderbar gelbe Baeume am Wegesrand und als die Sonne reinschien war es einfach fantastisch.

Nach ein paar Kilometern ;-) und etwas spaeter am Abend (so gegen 18 Uhr) kamen wir dann am Denali an. Wir sind als erstes zur Visitor Info vom Park und haben uns dort Bustickets fuer den naechsten Tag gekauft. Man kann mit dem eigenen Auto nicht in den Park fahren. Nur bis Meile 15 und wir wollten ein bisschen weiter rein. Danach ging es zu einem RV und dort hatten wir dann auch Strom- und Wasseranschluss. So konnte ich ueber Nacht alle Geraete mal wieder richtig laden mit Strom aus der Steckdose und nicht aus der Autosteckdose.

Wir und unser Camper - allein dazu koennten wir einen eigenen Blog schreiben :-) Wir lesen beide mal generell keine Bedienungsanleitungen und drum haben wir auch das Wasser einfach angeschlossen, wie wir dachten. Naja, am Abend haben wir dann rausgefunden, dass der Wasseranschluss gar nicht den Tank fuellt sondern einfach die Wasserhaehne mit Wasser versorgt solange man dran haengt. Darum wurde unser Tank auch nicht voller ;-) Ein kurzer Blick in die Anleitung hat uns dann gezeigt, wo wir den Schlauch anschliessen muessen, um den Tank zu fuellen. Das hat dann auch hervorragend funktioniert.

Ganz in der Naehe vom RV-Park waren einige Laeden in Blockhuetten untergebracht. Dort gab es Souvenirs in Huelle und Fuelle. Wir haben das Angebot ausgiebig genutzt :-) Danach sind wir ziemlich muede zurueck in den Camper. Shoppen ist ja soooo anstrengend.
Das Wetter war leider noch nicht besonders. Es fing an zu regnen in der Nacht. Hoffentlich wuerden wir am naechsten Tag im Denali dann was sehen.

Gruessli
Jana

Mittwoch, 10. September 2008

Tok - North Pole - Fairbanks

Von Tok nach North Pole waren es knapp 300 km ziemlich gerade Strasse und wir brausten durch die gelbe bergige Landschaft mit wunderschoenen Ausblicken. Zwei kurze Verfahrer, die sich aber jedesmal als toll herausstellten und sonst eher ereignislos aber wir hatten es sehr lustig im Auto. Als wir am Abend in North Pole ankamen sind wir auf das Santaland R.V. Camping. Dort ist wirklich alles Santa. Die Strassen heissten Reindeer Street oder Santa Lane oder so. Wirklich genial und toller Campground. Wir sind jetzt uebrigens eine Stunde mehr hinter euch und haengen nun 10 Stunden zurueck.

Am Morgen ging es dann kurz zum PostOffice und Briefmarken kaufen und Postkarten schreiben und einwerfen damit sie den Stempel von North Pole drauf haben ;-)

Dann natuerlich noch ins Santa Claus House - einen riesigen Gift-Shop. Ach war das toll. Einen vollen Beutel und ein paar Dollar weniger in der Tasche ging es dann nach Fairbanks. Dort sind wir gerade im Visitor Center und schreiben. Nachher machen wir noch eine kurze Rundfahrt und dann geht es raus aus der Stadt Richtung Denali Park. Wir sind beide noch nicht so stadtreif nach so langer Zeit in der Wildnis.

Also machts gut und bis bald wieder.

Wir haben jetzt uebrigens immer wieder mal Handy-Empfang. SMS sind also durchaus willkommen :-)

Liebe Gruesse
Jana

Dawson - Top of the World - Tok

Hallo zusammen

Nach dem Stadtrundgang in Dawson City der sehr interessant war und unsere Englischkenntnisse echt auf die Probe stellte (man sprach die schnell) sind wir noch auf den Dome (einen kleinen Huegel) hochgefahren um von dort auf die Stadt stehen zu koennen und den Friedhof oben zu besuchen. Dort sollten beruehmte Leute begraben sein aber wir haben nichts gefunden. Dann fing es an zu regnen und wir sind wieder runter gefahren. Auf dem Weg nach unten stand dann auf einmal (mal wieder) ein Schwarzbaer auf der Strasse - einfach so. Das war Nummer 5 ;-). Dann wollten wir noch was trinken gehen und ein paar Postkarten schreiben. Ich habe mich dann ein bisschen widerwillig von Selina ueberreden lassen, in eine Bar zu gehen. Es war aber echt toll dort. Gemuetliche Sitze und es waren wenig Leute drin und darum war es auch nicht so laut. Wir haben was getrunken, Karten geschrieben und jede Menge Spass gehabt. War echt super. Dann ging es zum Camping, noch was kochen und ab ins Bett.

Am naechsten Morgen sind wir vom Camping grad zur Faehre gefahren, die uns ueber den Yukon direkt zum Anfang vom Top of the world Highway uebersetzte. Das Wetter war durchwachsen aber dafuer gab es ganz schoene Aussichten, wenn wir von oben die Wolken in den Bergen hingen sahen. Wirklich toll! Es fuhr sich uebrigens ganz hervorragend - also gar kein Problem fuer uns. Auch die Einreise in die USA war problemlos. Wir hatten ja schon die noetigen Papiere im Pass und der Grenzbeamte versuchte sich sogar mit ein paar Worten deutsch ;-)
Dann ging die Reise auf dem Taylor-Highway weiter der ein paar Schlagloecher mehr hatte aber mit entsprechender Geschwindigkeit auch nicht schwer zu fahren war. Dann kamen wir irgendwann in Chicken an. Coole Stadt. Sie hiess frueher eigentlich Ptarmigan (Schneehuhn). Weil die Leute sich aber nicht einigen konnten, ob man das P vorne spricht oder nicht, haben sie es einfach Chicken genannt. So einfach ist das ;-)
Es ist ein super kleines Nest aber total schoen gemacht und wirklich mit tollen uns lustigen Leuten. Es hat in Downtown (ist tatsaechlich ganz offiziell so angeschrieben) vier Gebaeude: 1 Cafe, 1 Bar, 1 Giftshop und ein Klohaus. Cooool.

Nach Chicken ging es weiter nach Tok. Ein typisches amerikanisches kleines Staedtchen. Alles an einer Strasse und sonst nicht viel mehr. Wir waren dort auch nur tanken und in der Visitor Info und sind dann gleich weiter Richtung Fairbanks. Als wir in die Stadt fuhren, waren genau an der Strasse doch tatsaechlich ein Moose (Elch) mit kleinem Moose. Wir haben es sogar geschafft, ein Foto zu machen. 2. und 3. Elch unserer Ferien ;-)

Tagesziel war North Pole. Ich als Weihnachtsfan konnte mir den Ort natuerlich nicht entgehen lassen. Es gibt dort sogar ein Santa Claus Haus. Weiteres im naechsten Post.

Gruessli
Jana

Montag, 8. September 2008

Inuvik

Tja, da waren wir also in Inuvik. Wie lange hatten wir uns das vorgestellt, hatten nicht gewusst welche Strassenverhaeltnisse uns erwarten und wie das Endziel wirklich aussehen wird.
Irgendwie hatten wirs ungelegen erwischt. Ausser uns war so gut wie kein Touri mehr da. Der eine Campground zu, Postkarten hatten wir nicht gefunden und Center mit den Schwimmbad und den Hot-tubs war ja auch geschlossen wegen Putzarbeiten "we hopefully reopen on September 24th" stand da zu lesen. Die beruehmte Igloo-Kirche: zu. Frust.

Wir fanden dann einen Campground in der Stadt. Im Security-Haeuschen sass ein Mann auf dem Sofa und schlief. Da ich ja generell etwas leise spreche, sprach ich extra laut. Danach rief ich. Und dann bruellte ich. Nach dreimal wachte er auf und faselte was davon, dass sich sein Sohn da draussen um alles kuemmere. Wir zogen also los und parkierten auf einem flachen Stueck. Ob er einen Sohn hat oder nicht werden wir nie erfahren - wir trafen ihn jedenfalls nicht. Und so haben wir abends Lasagne gegessen, Jana hat geduscht und wir haben Abfall entsorgt, etc. Am Morgen sind wir dann losgefahren - irgendwie will in dieser Stadt offenbar keiner unser Geld...

So. Die Suche nach den Postkarten oder dem Beweis, dass wir da waren, ging weiter. Es war Sonntag... Nach einigem Hin- und Herfahren haben wir dann gesehen, dass bei Moe's Stationary Licht war. Aber die hatten zu. Ich war nun leicht genervt und im naechsten Moment dann erstaunt: da klopft die Jana doch einfach wie wild ans Schaufenster und sagt: da ist Jemand und ich will jetzt einfach da rein. Die macht bestimmt auf. Und siehe da: die Frau tat's! Hey, so ein schoenes Laedelchen! Mit Postkarten und Souveniers und Einrichtungssachen etc! Himmel, waren wir happy!

So traten wir dann um 10.30 Ortszeit (NWT haben 8 Std Differenz, Yukon 9) die Rueckreise an. Mit dem Ziel, die 739km am Stueck zu fahren und gleich noch die 40 bis nach Dawson City anzuhaengen... In 12 bis 16 Std koenne man den Dempster schaffen stand ueberall. Ich nehms vorweg: wir habens in 10.5 Std geschafft. Und zwar locker. Unterwegs haben wir noch die Schwarzbaeren Nr. 4 und 5 getroffen (beim Beerensuchen neben der Strasse, wie die Inuvikfrauen auch), dann den Grizzly Nr. 2 kurz vor dem Arctic Circle. Zuvor hatten wir nochmals die Faehre bei Tsiigehtchic zu queren (auch da: lauter mega-freundliche Leute). Die Faehren fahren von 9.30 bis 24 Uhr (wohl der Moonliner) und haben max 5 Minuten von einem Ufer ans andere. Kurz vor der 2 Faehre haeben wir einen Abstecher in das von uns so liebgewonnene Fort MacPherson. Es ist "nur" eine Ansiedelung und ist wohl zu 90% von Natives bewohnt, aber irgendwie ist das Kaff so freundlich. Und tanken wollten wir da nochmals. Hey, welch Freude!! An der Tankstelle stehen zwei Motorraeder! Die Jungs aus Calgary, resp. Wyoming habens geschafft! Alle plaudern wie wild drauflos. Der eine macht auch gleich ein Roadmovie als Andenken. It was the hell on wheels meint der mit der Harley - wir glauben ihm das sofort. Die Baustelle und der Regen haben dort die Strasse fuer sie fast unpassierbar gemacht. Aber die folgenden 130 km werden ein Kinderspiel versichern wir ihnen. Aber Heim muessen die armen Burschen ja auch irgendwann wieder -die Wetterprognose ist nicht toll.

Ich besuche noch kurz das Grab der Lost Patrol bei der Kirche. Das Wetter ist im Allgemeinen etwas freundlicher (sprich: die Wolken haengen etwas hoeher) als bei der Hinfahrt. Auf der 2. Faehre gruesst wieder supberlieb der Einheimische, der von der Kommandobruecke sagt auch noch was und ueberhaupt ist es etwas wie Heimkommen. Auch die Jungs auf der Baustelle (und die ist lang und es fahren ununterbrochen Trucks) gruessen immer wie wild. So erreichen wir dann die Grenze zum Yukon - im Nebel haetten wir sie fast verpasst. 50 Meter weiter und wir stehen unter blauem Himmel! Ja, so ist das Wetter hier.
Wir freuen uns mega, machen Fotos und fahren dann weiter. Wissend, dass das Wetter auch hier drehen wird. Beim Arctic Circle begegnen uns 2 Camper. In Eagle Plains nochmals tanken. Auf der Weiterfahrt treffen wir nochmals 2 Campfahrzeuge - sonst nur Einheimische. Die wenigsten Touris fahren weiter als bis zum Arctic Circle. Und bei diesem Wetter tun uns alle leid, die den Dempster nur so gesehen haben... Grau, verhangen. Und offenbar hat es gewindet und fest geregnet: die meisten gelben Blaetter sind nun ab.
Kurz vor dem Ende der Strasse treffen wir noch auf einen Wolverine, also einen Vielfrass. Der klettert voll Panik auf ein kleines Baeumchen als ich ihn mit dem Fotoapparat verfolge. Moorschneehuehner und Erdmaennchen haben wir uebrigens auch in Massen gesehen - ich habe nicht jedes einzelne erwaehnt.

Etwa um 20.30 wieder Yukon-Zeit haben wir am Bonanza-Creek unsere Campstellung bezogen und sind sofort von einem fuchsaehnlichen Vieh belagert worden.

Wir gruessen euch!

Dawson City und weiter...

Hallo zusammen


wir sind seit gestern abend in Dawson City. Nach einer weiteren gemuetlichen Nacht in unserem Camper und einigen Diskussionen am Abend ueber die weitere Tour fing der heutige Tag leider etwas regnerisch an. Wir sind als erstes zur Visitor Information gefahren, um uns ueber den Strassenzustand zu erkundigen. Wir wollen eigentlich den "Top of the World"-Highway nach Alaska fahren aber wie der Name schon sagt ist er fuer kanadische Verhaeltnisse hoch (tlw. ca. 1'770 m). Selina hatte etwas Bedenken, da in unserer Milepost (eine tolles dickes Buch mit km-genauer Beschreibung aller groesseren Strassen) viel zu lesen war ueber den schlechten Zustand der Strasse. Grosse Loecher, schlechter Belag, enge Strassen usw. Heute morgen haben wir uns dann ueber den Zustand erkundigt und als wir fragten, ob es irgendwie mit der South Canol Road zu vergleichen ist sagte die nette Dame in der Visitor Information, dass wir den "Top of the World" mit geschlossenen Augen fahren koennten, wenn wir die South Canol Road schon gefahren sind (dabei fanden wir die eigentlich gar nicht so schwierig - hmmm). Dann waren wir erstmal etwas beruhigt. Man muss halt einfach aufpassen und langsam fahren. Die schlechte Strecke ist aber nur ca. 70 km lang und das ist fuer unsere Verhaeltnisse ja gar nichts. Also selbst wenn wir mit 35 km/h dahinkriechen sind wir in 2 h durch. Also kein Ding.


In der Visitor Info haben wir ausserdem viele Infos ueber moegliche Touren hier in Dawson City bekommen und daher beschlossen, heute den ganzen Tag hier zu bleiben und uns mal in Ruhe Dawson anzusehen. Als erstes haben wir einen gefuehrten Rundgang auf der sog. "Dredge No. 4" gemacht. Das ist eine riesige Maschine - so gross wie ein grosses Gebaeude - welches nichts weiter macht, als das Kiesbett auszubaggern und ueber eine grosse Trommel und diverse Rutschen mit Belaegen den Kies zu sieben und das Gold rauszufiltern welches hier ueberall in der Gegend im Boden ist. Die Dredge ist seit 1966 nicht mehr in Betrieb und war etliche Meter im Schlamm versunken bevor sie wieder freigelegt wurde. Heute ist man dran, das ganze zu restaurieren und den Besuchern zugaenglich zu machen. Die Frau, die die Tour gefuehrt hat, war mit Leib und Seele dabei. Sie hat uns wirklich viel Interessantes erzaehlt. Z.B. dass die heutigen Taeler frueher gar keine waren sondern erst durch das Ausbaggern entstanden. Somit hat sich die ganze Landschaft durch den Goldrush veraendert. Hier ist das Gold ausserdem nicht in festem Gestein enthalten sondern alles in losem Gravel. Darum wird hier das Gold ganz anders gesucht. Wir wollten noch eine Mining-Tour machen weil wir dachten, da geht man so richtig in die Mine rein. Aber hier passiert das eben alles unter freiem Himmel. Darum haben wir uns nur fuer die Tour der Baggermaschine entschieden. Viele suchen heute auch das Gold oben auf den Huegeln weil eben damals der Fluss dort lang ging und somit auch dort das Gold zu finden ist. Ganz interessante Gegend hier. Als wir von der Tour zurueckkamen sahen wir die Landschaft mit ganz anderen Augen.


Jetzt bloggen wir kurz und dann geht es weiter um 15.30 Uhr zu einem gefuehrten Stadtrundgang fuer 90 Minuten. Danach laufen wir selber noch ein bisschen rum und ich denke heute gehen wir nicht alzu spaet schlafen damit wir morgen frueh loskoennen zum Top of the World und ab nach Alaska. Eigentlich wollen wir ueber Tok nach Fairbanks, dann vorbei am Denali National Park nach Anchorage und wieder ueber Tok Richtung Sueden zum Kluane National Park und dann back to Whitehorse. Das waeren dann nochmal ca. 1'600 km - Yeahhh :-) Sollte die Zeit knapp werden lassen wir Faibanks evtl. aus und fahren direkt nach Anchorage aber das sehen wir alles morgen. Wir halten euch auf dem Laufenden.


Liebe Gruesse in die Heimat
Jana


P.S. Es gibt hier uebrigens keinen Starbucks und keinen Mc Donalds oder so. Das hat man uns auch erklaert. Sie wollen das alles hier nicht. Dawson soll das gemuetliche, lebendige, etwas altmodische aber wunderschoene Oertchen bleiben, dass es heute ist. Na gut, mit so einer Erklaerung kann ich ausnahmsweise mal auf Starbucks verzichten ;-)

Nachtrag..

... Jana hat ganz vergessen zu erwaehnen, dass wir kurz vor der Grenze zu den NWT Caribou gesehen haben. Erst waren es 4 - ziemlich nah an der Strasse. Wunderschoene Tiere mit riesigen Geweihen! Kurz nach unserer Entdeckung hielt ein Pick-up und einer sprang mit dem Gewehr raus, den Tieren hinterher. Aber die waren schneller...
200 Meter weiter sehen wir ploetzlich ganz viele Pick-ups (wo wir doch vorhin noch so alleine waren in der Weite...) und wir halten. Dann sehen wir sie: Riesige Herden, hunderte von Tieren queren die Wiesen hoch zu den Haengen! Unglaublich eindruecklich! Oben stehen dann die Leittiere (?) auf der Krete, sie warten auf die Herden. Und um uns: alles Natives die nett gruessen (ueberhaupt sind die unglauchlich nett jeweils zu uns "girls") und Gewehre tragen. Ja, wir sind auf Indianer-Territorium, viele leben hier tatsaechlich noch von Jagd und Fallenstellerei. Und offenbar wissen sie ja echt genau, wann die Herden wo durch ziehen. Erst hat uns das etwas geschockt, der ganze Aufmarsch. Aber dann - that's life! Wenn man danach sieht, in welch einfachen Holzhaeuschen sie leben, dann ja, versteht man das.

Sonntag, 7. September 2008

Von Eagle Plains bis Inuvik

Da bin ich nochmal. Die Zeit wird knapp und wir schreiben schnell parallel ;-)

Heute morgen sind wir also in Eagle Plains losgefahren und wieder ab auf den Dempster Highway. Das Wetter war sehr gut (wie voraus gesagt) und schon nach ca. 50 km kamen wir zum ersten Highlight: dem Arctic Circle.

Wir waren allein dort und so konnten wir Fotos aus allen Richtungen und mit Auto und mir und Selina am Schild und Camper mit Schild und nur Schild usw. machen. Der naechste Stopp war dann an der Grenze zwischen Yukon und Northwest Territories (NWT). Es zog dort enorm und war wirklich kalt. Wir hatten erwartet, dass die Strassenverhaeltnisse danach schlechter werden wuerden was aber zum Glueck nicht der Fall war. Also ging es mit unseren durchschnittlichen 80 km/h prima weiter.

Nach einiger Zeit kam eine Baustelle und dann fuhren wir in die Wolken. Das war ein bisschen muehsam und hielt uns ein bisschen auf aber danach war alles wieder prima und als wir aus den Wolken rauskamen waren wir auch schon an der 1. Faehre ueber den Peel-River und dann etwas spaeter ueberquerten wir noch per Faehre den McKanzie-River. Dann ging es ziemlich schnurstracks und ohne Halt bis nach Inuvik. Eine faszinierende Strecke. Eigentlich landschaftlich nicht sehr aufregend aber dafuer geht die Strasse in einem perfekten Zustand (trotz Gravel-Road) einfach fast nur geradeaus. Das laengste Stueck ging 23 km einfach nur geradeaus - ohne Kurve oder aehnliches. Da konnte man so richtig schoen mit 110 km/h lang brettern. Ach hat das Spass gemacht.

Kurz vor 18 Uhr (wir sind jetzt im Moment eine Stunde naeher an euch dran) kamen wir in Inuvik an. Die geteerte Strasse war super aber es hatte soviele Bodenwellen, dass wir nur max. 80 km/h fahren konnten ;-)
Leider machten um 18 Uhr die meisten Geschaefte zu und wir konnten bisher noch nicht mal Postkarten oder Souvenirs kaufen. Ausserdem ist morgen Sonntag und da hat natuerlich nicht viel auf. Mal schauen. Der Ort ist auf jeden Fall sehr herzig und hier laufen die Leute so richtig mit modernen Klamotten und I-Pod im Ohr durch durch die Gegend. Gefaellt mir wirklich gut. Jetzt suchen wir uns noch einen schnuckeligen Campground, kochen uns was leckeres und dann geht es ab ins Bett. Mal sehen, ob wir morgen die gesamte Strecke ueber den Dempster zurueck schaffen oder ob wir nochmal eine Uebernachtung einlegen. Je nachdem wie das Wetter mitspielt und natuerlich wie wir Lust haben. Schliesslich sind ja Ferien ;-)

Also dann machts mal gut und ganz liebe Gruesse an unsere inzwischen laengstens wieder zuhause eingetrudelten Kanu-Kollegen.

Gruss aus Inuvik
Jana

On the road again.. Heading North on Dempster Highway

Der 4 September war ein langer Tag. Begonnen mit einem Fruehstueck in der Alpine Bakery mit der ganzen Truppe. Unser Gepaeck war schon dabei weil um 9.20 Uhr hiess es Abschied nehmen, wir wurden von der Mietwagenfirma abgeholt und die andern sind zurueck zum Camping und dann zum Flughafen gefahren.

Der Abschied fiel uns nicht leicht, gar nicht leicht. Zuerst hatten wir nun aber fast 2 Stunden mit der Fahrzeuguebernahme (ein Ford Super Duty Pick-up, 4 tuerig mit hinten einem Camperaufsatz) zu tun. Das ist noch ein Auto! Herrlich wie der brummt! Danach sind wir gleich einkaufen gefahren - wir koennen locker 4 Wochen ueberleben glaub ich (das Angebot war aber auch wirklich gross...)

Also dann! Ab gegen Norden! Die Strecke bis Carmacks kannten wir ja schon gut, ab da wurde es Neuland. Wie meistens wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, kam das schoene Wetter. Super diese Farben! Beim letzten Mal war noch alles gruen, nun ist der Indian Summer in voller Bluete. Wir haben einige Halte eingelegt um Fotos von Seen und Waeldern zu machen, von den Five Finger Rapids im Yukon, etc. Und dann sind wir nach Mayo gelangt, wo wir uebernachtet haben - moeglichst nahe beim Wald, das hat uns am ehesten an das Campleben der Kanutour erinnert... Mayo war sonst ein Reinfall. Von wegen pittoresk.. Naja. Die Stimmung war eh den ganzen Tag ueber schon sehr speziell. Irgendwo zwischen lachen und weinen. Staendig sind uns Situationen in den Sinn gekommen die uns an die tollen Leute von der Kanutour erinnert haben. Oder wir haben gesagt "Michel wuerde jetzt sagen.." oder "weisst du, der Fox Lake, der hat doch der Cornelia so gefallen..." und so weiter. Hm. Wie schnell einem Menschen doch ans Herz wachsen... Unterwegs haben wir noch deer fotografiert am Strassenrand.

Tags darauf, am 5.9. sind wir in Mayo los, vollgetankt (130 Liter Diesel...). Unterwegs wieder viel gestaunt (und bei jedem Fluss nach der Stroemung geguckt und so) und dann endlich am Abzweiger zum Dempster Highway angekommen. Nachgetankt. Die naechste Tankstelle ist immerhin 370km entfernt. Das Wetter wunderbar, die Strasse frisch gegravelt! Hey, da war ja manche Teerstrasse der Horror dagegen!
Die Fahrt ist unglaublich. Die Farben! Die Weite! Anfaenglich haben wir ja noch ab und zu einen andern Camper gesehen, aber das nahm mit der Zeit ab. Dafuer natuerlich die riesigen Trucks (und die brettern auf Teufel komm raus drauf los...). Die Landschaft wechselt langsam vom Laub- und Nadelwald zur Hochgebirgsregion (obwohl das nicht ueber 1200 Meter hoch geht). Beschreiben laesst sich das schlecht - man muss es einfach gesehen, resp. erfuehlt haben. Da geht soviel durch den Bauch und den Kopf. Eigentlich ist da Nichts. Und genau das haut einem um. Wie schoen ist doch die Natur wenn keiner drin rum wuetet. Man steht auf einem kleinen Plateau und guckt kilometerweit in die Ferne, hoeren tut man nur den Wind, selten einen Vogel. Ab und zu ganz weit weg ein Truck, der sich dann mit einer Staubwolke ankuendigt. Aber selbst ueber diese beginnt man sich zu freuen, die Strecke wird immer einsamer.
Ploetzlich seh ich einen Grizzly (fuer die Insider: Grisou oder Gruesu) ueber die Strasse laufen! Als er uns hoert, eilt er etwas, hinab ins Fluesschen. Wir "pirschen" uns mit dem Fahrzeug heran, sehen ihn im Wasser und wie er raussteigt. Danach vergisst er uns offenbar voellig, er tummelt sich ewig am Ufer rum, kratzt in der Erde, frisst was, dreht sich und kratzt wieder. 7 Meter von uns! Lucas haette wohl jetzt den Baerenspray ausprobiert... :-)

Wir fahren weiter und schrauben uns wieder auf ein Paesschen hoch, dann fahren wir auf der Kuppe - Berg fuer Berg, Kilometer um Kilometer. Es zieht sich sehr lange hin und gegen Ende sind wir ganz still und freuen uns einfach nur noch, wenn wir endlich irgendwo ankommen wuerden. Weil wenn man nicht mal mehr Bergketten hat am Horizont und die Baeume auch fehlen, wird es lang - vor Allem sieht man seehr viele Kilometer voraus wohin die Strasse verlaueft.

Zwischendurch wird die Strasse breiter und ein Flugzeugschild kuendigt an, dass man damit rechnen muss, dass da einer landen moechte von Zeit zu Zeit. Entweder fuer Emergencies oder vielfach fuer die Natives, wenn sie Jagen gehen. Unterwegs ueberholen wir noch 2 Motorraeder... Mann, das ist keine Route 66! Sie haben echt Muehe. Endlich kuendigt sich Eagle Plains an. Yepp, da sind wir! Eagle Plains hat eine Tankstelle, ein Motel, ein RV-Park, ein Restaurant und einen kleinen Laden sowie ein schwarzes Brett fuer Mitteilungen. Einwohner: 8. Gebaeude: 2. Und eine heisse Dusche fuer mich! Nachdem wir unseren Wagen abgestellt haben und ich geduscht habe, koche ich Reis mit Rindsgeschnetzeltem an Rahmsauce. Lecker!! Bevor wir unter unsere Decken huschen (jaaaaa, super weiche, warme Decken!!! Ich krieg mich jeden Abend kaum noch ein) sehen wir zwei Lichter am Horizont. Die Motoradfahrer kommen. 20 Minuten spaeter sind sie da. Ich quatsche mit Ihnen. Einer ist aus Calgary und hat ne Harley, die ziemlich leidet auf der Staub- und SChotterstrasse, der Andere stammt aus Wyoming. Sie wollens durchziehen bis Inuvik, aber fluchen schon. Das Restaurant hat schon zu, sie sind 2 Stunden nach uns angekommen. Wir bieten Ihnen was an, aber sie stellen dann doch lieber ihr Zelt und packen den Koffer aus.
Ich bin sicher, wir werden die Jungs nochmals sehen auf dem Rueckweg. Die haben Mumm!
So, nun ab in die Heya, ein wunderbarer Sonnenuntergang!

Ende der Kanutour

Hallo zusammen

wir sind gerade in Inuvik angekommen. Selina wird parallel vom Dempster Highway posten und ich mache noch die Kanutour fertig.

Von unseren zwei einschneidenden Erlebnissen haben wir ja schon geschrieben. Vielleicht noch ein bisschen allgemein zu den zwei Wochen und zum Abschluss.

Der Tagesablauf war also wirklich immer sehr gemuetlich. Wir sind morgens gegen 8 Uhr aufgestanden und haben dann bis ca. 9 Uhr ganz gemuetlich gefruehstueckt. Alle zusammen und immer ums Feuer rum. Dann ging es ans einpacken und Zelt zusammenlegen und verstauen. Dann wurden die Boote beladen und gegen 10.30 Uhr ging es ab in die Kanus und los gepaddelt.
Ca. 2 h spaeter (je nach Wetter und Gelegenheit) wurde dann ein Mittagsstopp gemacht. Je nach Ort haben wir auch noch Feuer gemacht oder sonst blieb die Kueche eben kalt. Aber egal wie, lecker war es immer. Dann paddelten wir noch ca. 2 h und kamen dann am Nachtlager an. Dann wurden die Boote ausgeraeumt und angebunden, alle suchten Holz fuers Feuer (mit Axt und Saege ging es in den Wald) und wenn das Feuer brannte hat man sich ein Plaetzchen fuer sein Zelt gesucht und es aufgebaut. Danach war meistens schon die waermende Suppe fertig und anschliessend wurde das Abendessen gekocht. Natuerlich alles ueber dem Feuer und daher immer in Etappen. Erstaunlich, wie gut das ging. Es war immer alles super lecker und richtig schoen warm. Genial! Dann wurde abgewaschen (im Fluss mit wirklich kaltem Wasser (ca. 7 Grad) und Sand) und dann sass man gemuetlich ums Feuer. Gegen 22 Uhr verabschiedeten sich die ersten in die Zelte und gegen 23.30 Uhr meistens die letzten.
Das war ein typischer Tag. Je nach Wetter und Platz sind wir sogar baden gegangen (also bis zu den Knoecheln ins Wasser und dann kurz untergetaucht).

Es war also wirklich eine coole Zeit. Hatte ich so nicht erwartet und darum war ich angenehm ueberrascht. Vom Wetter mal abgesehen waren es also wirklich wunderschoene zwei Wochen auf dem Wasser. Aber ich glaube Selina und ich werden keine leidenschaftlichen Kanuten. Mir persoenlich ist das Boot einfach zu klein und zu offen fuer soviel Wasser und darum zu unsicher. Aber es war eine riesige Erfahrung!

Wir hatten vor allem Glueck mit der Gruppe. Wirklich jede und jeder war super und passte irgendwie dazu bzw. musste einfach mit dabei sein. Dementsprechend schwer fiel uns dann auch der Abschied. Wir sind ja am 2.9. aus dem Wasser gekommen und haben unseren Camper am 4.9. entgegen genommen. Der Rest der Truppe ist am 4.9. wieder Richtung Frankfurt geflogen und daher konnten wir noch die ganze Zeit in Kanada mit ihnen zusammen verbringen. Am 3.9. hat jeder den Tag in Whitehorse fuer sich verbracht und am Abend haben wir uns dann alle zum Abschiedsessen im Restaurant getroffen. Dann ging es zu Fuss auf den ca. 2 km entfernten Campground und nach kurzem packen dann ab ins Bett.

Am naechsten Morgen hiess es frueh aufstehen denn wir mussten unsere Sachen komplett fertig packen und um 7.45 Uhr ging es schon mit Taxis zum gemeinsamen Fruehstueck. Wir fuhren dann also mit unserem Gepaeck und allen anderen zur Alpine Bakery mitten in Whitehorse und assen dort gemuetlich. Zu 9.15 Uhr war das Taxi fuer alle anderen bestellt um dann wieder zum Campground zu fahren und das Gepaeck einzuladen fuer den Flug. Unser Transport zu Fraserway (unserer Verleihstation fuer den Camper) war fuer 10 Minuten spaeter bestellt. Beide kamen ziemlich zur gleichen Zeit und der Abschied fiel glaube ich nicht nur uns schwer. Es war eben einfach ein wirklich coole Truppe und die Vorstellung, die naechsten zwei Tage ohne alle unterwegs zu sein, gefiel uns auf Anhieb nicht wirklich. Zum Glueck ging es aber gleich weiter als wir den Camper abholten. Somit blieb uns nicht zu viel Zeit um traurig zu sein. Es ist aber schon enorm, wie stark man sich in zwei Wochen an Leute gewoehnen kann und wie schwer es dann faellt, sich zu verabschieden.

Wir waren die ersten Stunden fast staendig in Gedanken bei ihnen und noch heute gibt es viele Situationen wo wir an alle denken. Ausserdem koennen wir nicht mehr auf einen Fluss sehen, ohne zu ueberlegen, wie wir hier wohl mit den Kanus durchkaemen (oder eben nicht) und wie die Stroemung ist. Ausserdem denken wir bei jeder Scheibe Brot und bei jedem morgendlichen Muesli an alle. Obwohl wir jetzt Milch dabei haben, mache ich mein Muesli morgens immernoch mit Milchpulver und warmem Wasser. So ein bisschen Nostalgie ist eben wirklich schoen.

So das waren die Berichte von unserer Kanutour. Dann ging es auf in den Norden auf dem Dempster Highway. Darueber werdet ihr dann sicher noch einiges lesen.

Alles Liebe
Jana

Donnerstag, 4. September 2008

Wir kenterterten

Das Selina ihre Eltern schon angerufen hat und ich meine, schocken wir also mit dem Eintrag niemanden mehr allzu sehr ;-)
Um es vorweg zu nehmen, uns geht es gut und wir sind bis auf einige blaue Flecke absolut unverletzt.
Wie schon geschrieben, fuehrte der Big Salmon River viel zuviel Wasser und war daher wirklich schwer einzuschaetzen. Er war ca. 1,20 m hoeher als normal und die Verhaeltnisse daher ganz anders als zwei Jahre zuvor als unsere Guides die Tour das letzte Mal machten.

Wir waren gerade gestartet und der der North Salmon floss gerade in den Big Salmon. Genau an der Stelle war unser Camp. Wir sind absolut problemlos losgefahren und dann kam eine Stelle mit recht hohen Wellen. Haben wir aber auch noch super gemeistert. Dann wurde es etwas hektisch, weil es Steine im Wasser hatte und wir sollten weiter rechts paddeln. Das haben wir auch gemacht aber wie sich rausstellte nicht weit genug rechts. Wir sind an einem Stein leider nicht mehr vorbeigekommen und sind gekentert. Selina hat voellig klaren Kopf bewahrt und sofort das Kanu festgehalten. Mich hat es erstmal ein bisschen abgetrieben so dass ich zum Kanu zurueck "schwimmen" musste. Irgendwann waren wir beide am Kanu und hatten zum Glueck die ganze Zeit Grund unter den Fuessen. Man konnte zwar durch die Stroemung nicht stehen aber ich denke wir fuehlten uns dadurch wesentlich sicherer. Dann konnten wir das Kanu irgendwie an eine Insel bringen wo dann die anderen warteten. Ein anderes Kanu unserer Gruppe fischte inzwischen die Sachen raus, die wir verloren hatten und dann stiegen wir mit frischen Klamotten wieder ein und fuhren weiter. Der ganze Tag war dann wassertechnisch noch recht turbulent und wir waren doch recht froh, als wir an dem Abend im Camp waren.
Ich glaube die meisten waren mehr geschockt als wir selber und wir waren ehrlich gesagt fast froh, dass es uns getroffen hatte und wir nicht zusehen mussten, wie es jemand anderen umwarf.

Das war uebrigens der erste Tag mit Sonne und somit konnten wir die Kleider alle wieder trocknen bis es Abend wurde. Wir hatten also Glueck im Unglueck und physisch und phsychisch geht es uns wirklich gut. Es muss sich also niemand Sorgen machen.

Ich muss jetzt Schluss machen. Vielleicht gibt es morgen oder uebermorgen noch ein bisschen mehr. Dann beginnt Part 3 unserer Reise.

Wir verstehen uns uebrigens immer noch ganz hervorragend und es ist beeindruckend, wie oft wir das gleiche denken. Also alles in Butter ;-)

Greetz from Whitehorse
Jana

Rettungsaktion der MS Bavaria

Wir hatten zwei kleine Schockerlebnisse auf der Tour. Das erste war das Kentern des von uns dann spaeter auf MS Bavaria getauften Kanus mit Bayern an Bord. (Ganz nebenbei, wir waren uebrigens die MS PostFinance ;-))
Es war immernoch recht regnerisch und der Big Salmon ziemlich schnell. Genau dort, wo der South Salmon dazu kommt war es ziemlich unruhig und da genau dort das Camp war, hatten wir auch ein bisschen Muehe, heil anzukommen. Aber bei uns ging alles glatt. Dann kamen zwei Kanus mit Bayern, die wir schon am Flughafen und spaeter bei Einkaufen fuer die Kanutour in Whitehorse getroffen haben. Das eine von den beiden Kanus kenterte voll beladen und ich glaube ich werde den Ruf "Mann ueber Bord" wohl nicht mehr so schnell vergessen. Beide Maenner plus Kanu kamen dann in der Naehe von unserem Camp ans Ufer und wir haben beide (und das Kanu) aus dem Wasser gezogen. Sie waren voellig geschockt und die meisten Sachen waren nass. Sie hatten leider keine Tonnen wie wir sondern nur wasserdichte Saecke aber die waren der Stroemung leider nicht ganz gewachsen. Selina und ich haben uns dann recht um die beiden gekuemmert und da wir schon Feuer und Kaffee hatten, konnten wir eigentlich beide recht gut in Empfang nehmen. Es war ihnen nichts passiert und bis auf einen Kocher war auch alles noch an Bord und nichts verloren gegangen. Auf jeden Fall war es ziemlich aufregend und ging mir recht unter die Haut. Man hatte irgendwie zum ersten Mal das Gefuehl, dass eben schon was schiefgehen kann.
Wir haben dann alle vier noch ein paarmal auf dem Fluss und gerade heute auch in Whitehorse getroffen. Sie sind gut und ohne weitere Zwischenfaelle wieder angekommen.
Uffff....

Back in Whithorse

Hi there!

Wir sind wieder zurueck! Neben mir sitzt Jana und klimpert wie wild mit den Tasten um euch das Geschehene der vergangenen Wochen zu schildern. von meiner Seite aus ein kleiner Ausblick auf die folgenden 2 Wochen:

Morgen holen wir unseren Camper (sprich ein Pick-up truck mit Aufsatz) ab. Heute waren wir schon mal bei der Firma und die macht einen super Eindruck! Da es in den vergangenen Tagen doch weit herunter geschneit hat, waren wir erst unsicher, ob wir den Dempster Highway bis nach Inuvik ueberhaupt wuerden fahren koennen - das ist eine reine Gravelroad und bei schlechtem Wetter haeufig unpassierbar. Das war im Sommer offenbar der Fall, weil es so aussergewoehnlich nass war.
Nun hat man uns bestaetigt, dass das kein Problem sei und so fahren wir nun also nach Dawson und dann nach Inuvik. Danach zurueck und nach Anchorage - wenn es reicht auch nach Fairbanks. Am 17. geben wir dann das Fahrzeug zurueck.

Ok, da will Jemand an den PC, bis spaeter!
Sel

We survived - knapp ;-)

Hallo zusammen
da sind wir wieder. Wohlbehalten wieder angekommen und froh und ein bisschen wehmuetig zugleich, dass wir wieder festen yukoner Boden unter den Fuessen haben.

Es war eine wirklich aufregende Tour und ich glaube sogar unsere Guides waren teilweise ein wenig ueberrascht von den Verhaeltnissen. Alles zu schreiben wuerde zu lange dauern und in einer Stunde treffen wir uns schon wieder alle zum Essen. Aber ein bisschen moechten wir euch natuerlich schon ueber unsere vergangenen zwei Wochen berichten.

Wie ihr ja als letztes gelesen habt, hatte Selina ziemlich mit dem Heimweh zu kaempfen und uns beiden war nicht sehr wohl bei dem Gedanken, ganze zwei Wochen ohne Umkehrmoeglichkeit in kleinen Booten auf dem Wasser zu verbringen. Zum Glueck haben wir uns aber durchgerungen und unsere Leute wie geplant am 12.8. vom Flughafen in Whitehorse abgeholt. Dann waren wir eine Nacht auf dem Campground und schon ging es mit Auto los Richtung Quiet Lake und dort haben wir die letzten Sachen in den Tonnen verstaut und ab in die Kanus. Die ersten beiden Tage sind wir ueber Seen gepaddelt und haben auch jeweils am See gezeltet. Selina war so lieb, mir jeweils die Seite mit Seeblick zu ueberlassen und somit war das erste am Morgen der Blick auf den See. Das war ja was fuer mich Wasserratte. Essen und Wasser und Kaffee und alles was es sonst noch so brauchte wurde gemuetlich und gemeinsam am Feuer zubereitet. Das Essen war hervorragend und wo sie die ganzen tollen Sachen aus den Faessern immer wieder hergezaubert haben, ist uns also auch noch nicht so ganz klar.

Am dritten Tag ging es dann in den Big Salmon River und der erste Tag hatte es gleich in sich. Ich hatte nach dem paddeln auf den Seen das Gefuehl, dass wir es richtig gut drauf hatten und der erste Tag lief nicht wirklich gut. Es waren Baumstaemme im Weg, wir mussten die Boote tragen, sind nicht richtig weg gekommen und haben eine Kurve nicht wirklich gut gekriegt. Ich war ziemlich down und hab Selina gleich ein bisschen mit runter gerissen. Somit war der erste Tag auf dem Fluss nicht wirklich der Bringer.

Der naechste wurde aber ruhiger, der Fluss liess und ein bisschen Zeit um zu ueben und am Abend fanden wir beide, dass wir es richtig gut gemacht hatten. Irgendwann (ich glaube am 7. Tag) fing es dann an zu regnen und hoerte geschlagene 48 h nicht mehr auf. Unser Zelt war nicht ganz dicht und die Stimmung am 2. Regentag ziemlich auf der Kippe. Dort war auch das Camp dann nicht so toll und das war fuer die Stimmung nicht wirklich foerderlich.
Man kann sich nicht vorstellen, wie toll so ein blaues Stueckchen Himmel am Horizont sein kann. Wir haben wirklich jedes kleine Loch in der grauen Wolkendecke bejubelt auch wenn es dann immer wieder auf unerklaerliche Weise verschwand.

Das Wasser im Fluss wurde immer mehr und die Kleidung immer nasser. Unser abendliches Ritual bestand darin, dass wir alle am Feuer standen und die nassen Sachen vom Tag wieder trockneten um fuer den naechsten nassen Tag geruestet zu sein.

Ich weiss die Tage nicht mehr genau und sie liefen auch immer relativ aehnlich ab aber von zwei relativ aufregenden Erlebnissen moechte ich noch kurz schreiben. Geht gleich in neuem Post weiter...