Sonntag, 7. September 2008

Ende der Kanutour

Hallo zusammen

wir sind gerade in Inuvik angekommen. Selina wird parallel vom Dempster Highway posten und ich mache noch die Kanutour fertig.

Von unseren zwei einschneidenden Erlebnissen haben wir ja schon geschrieben. Vielleicht noch ein bisschen allgemein zu den zwei Wochen und zum Abschluss.

Der Tagesablauf war also wirklich immer sehr gemuetlich. Wir sind morgens gegen 8 Uhr aufgestanden und haben dann bis ca. 9 Uhr ganz gemuetlich gefruehstueckt. Alle zusammen und immer ums Feuer rum. Dann ging es ans einpacken und Zelt zusammenlegen und verstauen. Dann wurden die Boote beladen und gegen 10.30 Uhr ging es ab in die Kanus und los gepaddelt.
Ca. 2 h spaeter (je nach Wetter und Gelegenheit) wurde dann ein Mittagsstopp gemacht. Je nach Ort haben wir auch noch Feuer gemacht oder sonst blieb die Kueche eben kalt. Aber egal wie, lecker war es immer. Dann paddelten wir noch ca. 2 h und kamen dann am Nachtlager an. Dann wurden die Boote ausgeraeumt und angebunden, alle suchten Holz fuers Feuer (mit Axt und Saege ging es in den Wald) und wenn das Feuer brannte hat man sich ein Plaetzchen fuer sein Zelt gesucht und es aufgebaut. Danach war meistens schon die waermende Suppe fertig und anschliessend wurde das Abendessen gekocht. Natuerlich alles ueber dem Feuer und daher immer in Etappen. Erstaunlich, wie gut das ging. Es war immer alles super lecker und richtig schoen warm. Genial! Dann wurde abgewaschen (im Fluss mit wirklich kaltem Wasser (ca. 7 Grad) und Sand) und dann sass man gemuetlich ums Feuer. Gegen 22 Uhr verabschiedeten sich die ersten in die Zelte und gegen 23.30 Uhr meistens die letzten.
Das war ein typischer Tag. Je nach Wetter und Platz sind wir sogar baden gegangen (also bis zu den Knoecheln ins Wasser und dann kurz untergetaucht).

Es war also wirklich eine coole Zeit. Hatte ich so nicht erwartet und darum war ich angenehm ueberrascht. Vom Wetter mal abgesehen waren es also wirklich wunderschoene zwei Wochen auf dem Wasser. Aber ich glaube Selina und ich werden keine leidenschaftlichen Kanuten. Mir persoenlich ist das Boot einfach zu klein und zu offen fuer soviel Wasser und darum zu unsicher. Aber es war eine riesige Erfahrung!

Wir hatten vor allem Glueck mit der Gruppe. Wirklich jede und jeder war super und passte irgendwie dazu bzw. musste einfach mit dabei sein. Dementsprechend schwer fiel uns dann auch der Abschied. Wir sind ja am 2.9. aus dem Wasser gekommen und haben unseren Camper am 4.9. entgegen genommen. Der Rest der Truppe ist am 4.9. wieder Richtung Frankfurt geflogen und daher konnten wir noch die ganze Zeit in Kanada mit ihnen zusammen verbringen. Am 3.9. hat jeder den Tag in Whitehorse fuer sich verbracht und am Abend haben wir uns dann alle zum Abschiedsessen im Restaurant getroffen. Dann ging es zu Fuss auf den ca. 2 km entfernten Campground und nach kurzem packen dann ab ins Bett.

Am naechsten Morgen hiess es frueh aufstehen denn wir mussten unsere Sachen komplett fertig packen und um 7.45 Uhr ging es schon mit Taxis zum gemeinsamen Fruehstueck. Wir fuhren dann also mit unserem Gepaeck und allen anderen zur Alpine Bakery mitten in Whitehorse und assen dort gemuetlich. Zu 9.15 Uhr war das Taxi fuer alle anderen bestellt um dann wieder zum Campground zu fahren und das Gepaeck einzuladen fuer den Flug. Unser Transport zu Fraserway (unserer Verleihstation fuer den Camper) war fuer 10 Minuten spaeter bestellt. Beide kamen ziemlich zur gleichen Zeit und der Abschied fiel glaube ich nicht nur uns schwer. Es war eben einfach ein wirklich coole Truppe und die Vorstellung, die naechsten zwei Tage ohne alle unterwegs zu sein, gefiel uns auf Anhieb nicht wirklich. Zum Glueck ging es aber gleich weiter als wir den Camper abholten. Somit blieb uns nicht zu viel Zeit um traurig zu sein. Es ist aber schon enorm, wie stark man sich in zwei Wochen an Leute gewoehnen kann und wie schwer es dann faellt, sich zu verabschieden.

Wir waren die ersten Stunden fast staendig in Gedanken bei ihnen und noch heute gibt es viele Situationen wo wir an alle denken. Ausserdem koennen wir nicht mehr auf einen Fluss sehen, ohne zu ueberlegen, wie wir hier wohl mit den Kanus durchkaemen (oder eben nicht) und wie die Stroemung ist. Ausserdem denken wir bei jeder Scheibe Brot und bei jedem morgendlichen Muesli an alle. Obwohl wir jetzt Milch dabei haben, mache ich mein Muesli morgens immernoch mit Milchpulver und warmem Wasser. So ein bisschen Nostalgie ist eben wirklich schoen.

So das waren die Berichte von unserer Kanutour. Dann ging es auf in den Norden auf dem Dempster Highway. Darueber werdet ihr dann sicher noch einiges lesen.

Alles Liebe
Jana

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